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…soll Ärzten/innen und medizinischem Fachpersonal, aber auch weiteren an Selbsthilfe Interessierten eine schnelle Möglichkeit gegeben werden, sich darüber zu informieren wo die nächste Einrichtung in Bayern zu finden ist, die an Selbsthilfegruppen weitervermittelt und ob es zur entsprechenden Erkrankung eine Gruppe in Bayern gibt.

Warum ist Selbsthilfe wichtig?

Wussten Sie,

…dass jeder Euro, der in Selbsthilfe und bürgerschaftliches Engagement investiert wird, durchschnittlich siebenfach zurück kommt?
(Stiftungsfachhochschule Benediktbeuren, 2008)

In den letzten 30 Jahren hat die Bedeutung der Selbsthilfe immer mehr zugenommen, sie ist zu einer “vierten Säule” des Gesundheitssystems geworden. Selbsthilfe leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung und Problembewältigung, insbesondere chronisch Kranker und Behinderter, aber auch von Menschen mit psychosozialen Problemen.

Selbsthilfegruppen sind heute ein unverzichtbarer Teil unseres Gesundheits- und Sozialsystems. Sie sind eine wertvolle Ergänzung zu ärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung und anderen professionellen (Beratungs-) Angeboten im Gesundheits- und Sozialwesen.

Neben der fachlichen Beratung und Information bereichern sie die Versorgungslandschaft durch eine (psychologische) persönliche Komponente- die Sicht des/r Betroffenen, die keine Ärztin, kein Arzt und keine Einrichtung der stationären und ambulanten Versorgung in diesem Maße und dieser Qualität bieten kann. Verständnis und Beistand durch andere, das Gefühl nicht allein zu sein und die individuellen Probleme mit Gleichbetroffenen austauschen zu können, stellen wertvolle Ressourcen für die Gesunderhaltung und Problembewältigung dar, die nicht monetär zu messen oder auszugleichen sind.

(Text aus Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 23)

Selbsthilfegruppen sind darüber hinaus füreinander da. Mitglieder begleiten sich zu Untersuchungen, unterstützen sich bei ambulanter Versorgung, kontrollieren Therapieumsetzung, erproben gesunde Lebensweise durch gemeinsamen Sport, Ernährungs- und Verhaltensvorschläge. Sie organisieren Veranstaltungen zum Krankheitsbild mit Fachreferenten/innen und erstellen Informationsmaterial.

Was ist eine Selbsthilfegruppe?

Wussten Sie,

…dass es Schätzungen zufolge in Deutschland mittlerweile zwischen 70.000 und 100.000 Selbsthilfegruppen zu fast jedem gesundheitlichen und sozialen Themenbereich gibt?
(Quelle: Nakos 2008)

Selbsthilfegruppen sind Zusammenschlüsse von Menschen mit ähnlichen Problemen oder Anliegen im gesundheitlichen, sozialen oder persönlichen Bereich.
Durch gegenseitige Hilfe und Erfahrungsaustausch unter Gleichbetroffenen stärkt die Gruppe die einzelne Person. Durch die Umsetzung von Erfahrungen in Ideen und Taten bereichert Selbsthilfe das Gemeinwesen.

Sich selbst und anderen helfen, in eigener Sache handeln, sich regelmäßig treffen, mit anderen Gleichbetroffenen Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen – zur Verbesserung der eigenen Lebenssituation, das sind einige Ziele von Selbsthilfegruppen. Denn eine Gruppe erreicht oft mehr als eine einzelne Person – durch Bündelung ihrer Kompetenz können Selbsthilfegruppen wichtige Ansprechpartner/innen für ihr Krankheitsfeld oder ihren Problembereich sein.

Selbsthilfegruppen sind über die Gruppentreffen hinaus füreinander da. Mitglieder begleiten sich zu Untersuchungen, unterstützen sich bei ambulanter Versorgung, kontrollieren Therapieumsetzungen, erproben gesunde Lebensweisen durch gemeinsamen Sport, Ernährungs- und Verhaltensvorschläge. Sie organisieren Veranstaltungen zum Krankheitsbild mit Fachreferenten/innen und erstellen Informationsmaterial.

Welchen Nutzen können Ärzte haben?

Wussten Sie,

…dass Patienten/innen, die an einer Selbsthilfegruppe teilnehmen, mit ihrer Erkrankung oftmals besser umgehen können?

…dass Selbsthilfegruppenmitglieder therapeutisch motivierter sind?

…dass Selbsthilfegruppen die therapeutische Arbeit sinnvoll ergänzen können?

Ärzte/innen, die eine Selbsthilfegruppe empfehlen, können sich in der psychosozialen Beratung und Begleitung ihrer Patienten/innen entlasten. Anders als in den oftmals knapp bemessenen Sprechstunden, haben Patienten/innen in der Gruppe die Möglichkeit ausführlich über ihre Erkrankung und alle persönlichen Begleitumstände zu sprechen. Das Gespräch mit Gleichbetroffenen schafft wiederum Vertrauen und stellt eine gute Basis dar für die weitere ärztliche Behandlung.

Oft begleiten sich die Mitglieder zu Untersuchungen, unterstützen sich bei der Umsetzung der Therapiemaßnahmen durch Kontrolle, Sport, Ernährung und sind füreinander da, wenn jemand einsam ist und Hilfe braucht. Patienten/innen, die eine Selbsthilfegruppe besuchen, zeigen eine höhere Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen.

Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe motiviert und befähigt Betroffene zu eigenverantwortlichem Umgang mit ihrer Erkrankung

Durch Gruppenbesuche können Ärzte/innen mehrere Patienten/innen mit derselben Erkrankung kennen lernen und ihre „erlernte Kompetenz“ mit der „erlebten Kompetenz“ der Betroffenen ergänzen.

In Selbsthilfegruppen können Patienten/innen ihr Schicksal mit anderen teilen. Ärzte/innen können von Selbsthilfegruppen profitieren, da diese den Bekanntheitsgrad der Praxis erhöhen und zu einem positiven Bild in der Öffentlichkeit beitragen können.

Was ist eine Selbsthilfeorganisation?

Wussten Sie,

…dass es in Bayern 222 Selbsthilfeorganisationen mit bayernweiten Ansprechpartnern, davon 189 im Gesundheitsbereich und 33 im Sozialbereich gibt?
(Quelle: SeKo Bayern, Stand: Juni 2013)

…dass es ca. 300 Selbsthilfevereinigungen und 55 Dachorganisationen / Dachverbände der Selbsthilfe auf Bundesebene gibt?
(Quelle: NAKOS, Nationale Kontaktstelle, Berlin)

Viele Selbsthilfegruppen haben sich zu größeren Selbsthilfeorganisationen oder Selbsthilfevereinigungen auf Landes- oder Bundesebene zusammengeschlossen, um ihre Anliegen besser nach Außen vertreten zu können.

Selbsthilfeorganisationen arbeiten themenspezifisch und bieten fachliche Beratung für Betroffene und Angehörige an, führen Seminare und Fortbildungsveranstaltungen durch und erstellen Informationsmaterial zu ihrer Krankheit für Mitglieder und oft auch für Nichtmitglieder.

Sie betreiben aktiv Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit und versuchen auf Politik und Verwaltung Einfluss zu nehmen, um so zur Verbesserung von Versorgungsangeboten für Betroffene, der Qualifizierung von Fachpersonal und der Intensivierung von Forschung auf ihrem Gebiet beizutragen.

Was ist eine Selbsthilfekontaktstelle?

Wussten Sie,

…dass sich in Bayern im Verein Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. 30 Einrichtungen (Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeunterstützungsangebote) zusammengeschlossen haben und dass es weitere ca. 45 Selbsthilfeunterstützungsstellen in Nebenaufgabe gibt?

Selbsthilfekontaktstellen arbeiten themen-, bereichs- und indikationsübergreifend auf lokaler und regionaler Ebene und unterstützen die Entstehung und Entwicklung von Selbsthilfegruppen im Gesundheits- und Sozialbereich.

Sie beraten interessierte Bürger aber auch Betroffene und vermitteln diese für ihr Anliegen in entsprechende Gruppen oder an andere Stellen. Sie unterstützen Gruppenneugründungen und bestehende Gruppen durch Beratung, Bereitstellung, von Räumen und Materialien, Öffentlichkeitsarbeit, Planung und Durchführung von Veranstaltungen und Fortbildungsangebote. Auch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Gremien und Fachstellen wie Kliniken und Arztpraxen ist ein wichtiger Bestandteil der Aufgaben von Selbsthilfekontaktstellen.

Wer ist die Selbsthilfekoordination Bayern - SeKo?

Wussten Sie,

dass SeKo Bayern ca. 2600 Kontakte mit Bürgern, Selbsthilfegruppen und Professionellen im Monat hat?

Die Selbsthilfekoordination Bayern – kurz genannt SeKo Bayern – ist eine Einrichtung zur landesweiten Vernetzung und Unterstützung der Selbsthilfe im Gesundheits- und Sozialbereich und hat ihren Sitz in Würzburg. Sie hat zum Ziel die Selbsthilfebewegung zu stärken.

Der Verein Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. (SHK Bayern) ist ein Zusammenschluss von Selbsthilfekontaktstellen und weiteren selbsthilfeunterstützenden Einrichtungen. Er ist als gemeinnützig und mildtätig anerkannt und ist der Träger von SeKo Bayern.

Aufgabenfelder der Selbsthilfekoordination Bayern

  • Lobbyarbeit für Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstellen
  • Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Selbsthilfeunterstützung
  • Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Selbsthilfe in Bayern
  • Datensammlung und Datenpflege zur Selbsthilfe in Bayern
  • Information, Beratung und Fortbildung der Selbsthilfekontaktstellen vor Ort
  • Hilfe beim Aufbau von neuen Einrichtungen zur Selbsthilfeunterstützung
  • Vernetzung von Menschen mit seltenen Erkrankungen, Problemen oder Anliegen (siehe: www.seko-bayern.de/Selbsthilfeboerse)
  • Hilfe bei bayernweiten Gruppengründungen

SeKo Bayern wird zu einem Großteil vom Freistaat Bayern und ergänzend von den gesetzlichen Krankenkassen, der Stadt Würzburg und weiteren Sponsoren finanziert.

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